Das Ohr aufs Gleis legen
Der erste Hörspielbahnhof Deutschlands steht in Joachimsthal

Der Kaiserbahnhof in Joachimsthal: Früher machte Wilhelm II. hier – zwischen Eberswalde und Templin – Station, um auf die Jagd zu gehen. Das ist lange vorbei. Heute gibt hier nicht mehr der Kaiser den Ton an, sondern Hörspiele.
Der Heimatverein Joachimsthal und die Kulturschiene verwandelten die alte Station in Deutschlands ersten Hörspielbahnhof. Dafür gestalteten die Freiwilligen das Gebäude

nach der Sanierung zu einem Auditorium um. Seitdem gibt es in der Sommersaison Hörenswertes für Jung und Alt. Und die Idee findet Anklang: Zu den Hörspielen und Führungen kamen in den letzten drei Jahren beinahe 15.000 Besucher – Tendenz steigend! Das Programm bietet für jeden Geschmack etwas: der Krimi zur Nacht und die Hörspiele für Kinder sind besonders beliebt. Ein Grund für den Andrang mag sein, dass der Eintritt zu den Hörspielveranstaltungen kostenlos ist.
Großer Bahnhof in Joachimsthal: Der freiwillige Einsatz der Mitglieder des Heimatvereins macht es von Juli bis September möglich.
Ein großer Pluspunkt ist die vorbeiführende Linie OE 63 der ODEG, mit der man schon von Berlin–Lichtenberg aus bis Joachimsthal durchfahren kann. In der Hörspielsaison ist der Kaiserbahnhof auch ein offizieller Haltepunkt, ansonsten Bedarfshalt. Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit der ODEG konnten auch 2006 und 2007 andere Veranstaltungen am Kaiserbahnhof stattfinden, wie z.B. die „Kunstzugtaufe“.
Im Jahr 2008 ist der Hörspielbahnhof ein „Ausgewählter Ort“ in der Initiative „Deutschland Land der Ideen“.